Mission
Die Aufgabe unseres Klosters in der Weltkirche
Die Abtei Königsmünster gehört zur Kongregation von St. Ottilien. In dieser Kongregation sind Klöster aus Europa, Afrika, Nord- und Südamerika sowie Ostasien zusammengeschlossen, die sich gegenseitig unterstützen. Drei Mönche aus Königsmünster sind heute als Missionare in Klöstern in Südkorea, in Tansania und auf Kuba tätig.
Historischer Hintergrund
Als unsere Kongregation 1884 in Bayern gegründet wurde, war der ausdrückliche Zweck die „äußere Mission“. Schon wenige Jahre nach der Gründung wurden die ersten Missionare in die damalige deutsche Kolonie Deutsch-Ostafrika, das heutige Tansania, ausgesandt. Dort errichteten sie Pfarreien und Klöster, Schulen, Krankenhäuser und Werkstätten, bauten Straßen und errichteten Kraftwerke.
Das europäische Überlegenheitsgefühl der Missionare von damals und ihre enge Zusammenarbeit mit den Kolonialbehörden werden heute zu Recht kritisiert. Doch ihre Arbeit wies weit darüber hinaus. Als Vorbilder wählten die Ottilianer Mönche die großen Missionare des frühen Mittelalters, wie z.B. Bonifatius. Auch diese mittelalterlichen Benediktiner-Missionare hatten das Evangelium in einen neuen Kulturkreis getragen, und wir profitieren noch heute von ihrer Arbeit vor 1250 Jahren. Ähnlich sind auch die Christen in Tansania heute stolz auf ihre Religion und empfinden das Christentum als ihre eigene Religion. Etwa die Hälfte der Bevölkerung bekennt sich heute zu den verschiedenen christlichen Konfessionen.
Aus der Begegnung der ursprünglichen afrikanischen Kultur Tansanias mit dem Christentum, dem Islam und der europäischen Zivilisation ist inzwischen eine neue Kultur und ein neues einheimisches Selbstbewusstsein entstanden. Sicherlich war es kein Zufall, dass der Führer der Unabhängigkeitsbewegung und langjährige Präsident Tansanias, Julius Nyerere, ursprünglich Lehrer an einer katholischen Missionsschule war. Die Kirche des Landes ist schon seit Jahrzehnten afrikanisiert. Somit ergibt sich die Frage, ob unsere Arbeit dort noch gebraucht wird.
Heutige Aufgaben
Natürlich werden unsere Missionare diese Frage mit einem eindeutigen Ja beantworten. Die Klöster unserer Kongregation in Tansania, vor allem die beiden großen Abteien Peramiho und Ndanda, befinden sich in einer Phase des Übergangs. Neben zahlreichen älteren Missionaren aus Deutschland und der Schweiz steht eine ständig wachsende Gruppe von jungen Afrikanern. Hier kommt es zunächst darauf an, eine möglichst reibungslose Übergabe in afrikanische Hände zu ermöglichen.
Aber auch wenn diese Aufgabe hoffentlich erfolgreich abgeschlossen sein wird, wird europäische Mitarbeit in der tansanischen Kirche weiterhin erforderlich sein. Zum einen ist Tansania heute eines der ärmsten Länder der Erde. Die Krankenhäuser, Schulen und Ausbildungswerkstätten unserer Kongregation werden auch weiterhin auf europäisches Geld angewiesen sein. Eine effektive materielle Unterstützung wird aber auch in Zukunft die genaue persönliche Kenntnis der Situation zur Voraussetzung haben. Zum anderen aber sind wir in Europa darauf angewiesen, von den Erfahrungen der armen und sehr lebendigen Kirche Afrikas zu lernen. Wenn im Moment die wirtschaftliche Globalisierung Afrika immer mehr aus dem Kreislauf des Konsums und der Produktion ausschließt, muss die Kirche gerade den umgekehrten Weg gehen und die Solidarität mit den Menschen dieses Kontinents einfordern.
Stichwörter:
Mission, Missionsbenediktiner, Kongregation von St. Ottilien, Ottilianer Kongregation