Was ist ein Stundengebet?
Seit Jahrtausenden beten die Mönche das Stundengebet. Es besteht vor allem aus Psalmen, Hymnen und dem Vaterunser.
Ursprünglich bestand das Stundengebet aus genau
sieben Gebetszeiten; die Zahl 7 steht dabei für das Ganze. Das heißt: mit den sieben Gebetszeiten wurde der ganze Tag als Gebet aufgefasst.
Warum tun wir das und was heißt beten überhaupt?
Viele meinen, beten sei eine Art Mitteilung an Gott - als wenn ich einem anderen ein paar Informationen zukommen lassen würde.
Ich finde aber, dass damit Beten nicht gut dargestellt wird.
Lass es mich besser so erklären: Wenn Du einen anderen Menschen wirklich liebst, dann sagst Du ihm sicherlich oft und gerne: Ich liebe Dich! und der andere sagt es hoffentlich Dir gerne und oft.
Diese Aussage ist nicht die Übermittlung einer Nachricht - dann genügte es sie einmal auszusprechen.
Vielmehr ist es so, dass wir mit dem Satz "Ich liebe Dich!" dem anderen eine Vergewisserung geben: Es ist noch immer so, dass ich Dich liebe. Diese Vergewisserung ist immer dort wichtig, wo es wesentlich wird:
In der Liebe und im Glauben.
Beten ist genau das: es erinnert unsere Seele an Gott und lässt uns eintreten in einen inneren Raum, in dem wir Gott begegnen können. Deshalb ist es auch nicht notwendig den Texten mit dem Verstand ganz und genau zu folgen - was auch hilfreich sein kann. Es geht vielmehr darum, die eigene Seele (also unser Inneres) zu öffnen und sich berühren zu lassen von Musik, Text, Stille ...
Denn das ist schon Gebet!
Wenn uns das gelingt, dann kann man Beten nochmal ganz anders verstehen, nämlich als ein sprechen Gottes mit uns oder anders ausgedrückt: als eine Hinwendung Gottes zu Dir!